Mittwoch, 8. April 2020

es ist eine neue stille
eine nacht die blass
unter unsre laken kriecht

die hände jucken
ein bisschen klemmt der
atem unter all dem stoff

sie husten glas, wie du
ich hab es im gefühl.




damals hat die medizin mit zucker
erträglich geschmeckt

in dem sommer, der wie dieser
nach verlust gerochen hat

wenn man die hände faltet
fühlt sich der herzschlag an
als spräche man zu gott

du bleibst wach und wartest
bis die backenzähne bluten
mit flackerndem bildschirm
auf ein bisschen nähe.

am telefon sind tränen
mein brunder verliert seine haut 
an diesen sommer

ich habe zum ersten mal heimweh.

Ich liebe eine Wortkünstlerin und küsse
am Morgen wenn sie noch schläft
die kleinen Satzzeichen an ihren Handgelenken.



Mittwoch, 8. Mai 2019



Vor der Quelle stehen und verdursten
man könnte warten, ein Konzeptkunstwerk 
braucht schließlich seine Zeit. 

Man könnte sich an den Hals fassen 
und die letzten Worte krächzen
Das sähe dramatisch aus. 
Man könnte um sein Leben rennen
und diesen Luftspiegel, 
Luftspiegel sein lassen. 

Man könnte auch die Augen schließen. 
Und nur noch stehen und verdursten.




Freitag, 12. April 2019




Haut auf Klaviatur, die kältesten Hände. 

Die Stille, die zerbrechliche Wirbelsäule;
man fertigt sie aus Ton.
Man erinnert sich an jede Geste,
man spielt trotzdem weiter 

Du sprichst eine Vergangenheitssprache,
flüstern sie. Leise.
Hast du gedacht und weitergespielt,
du hast dir die Schuld
von den Fingerkuppen gestreift. 
Du hast sie zu deinem Sprachrohr gemacht.

Donnerstag, 1. November 2018

wie feuchte leintücher
hängst du über deinen
stuhlkanten die arme
ausgestreckt baumelst du
in dieser klammen luft

Sonntag, 30. September 2018

meine haare fallen 
wie die blätter im oktober
 ich fange sie mit den fingern 

mir wird ein bisschen kalt